Schwarzer türkischer Tee im Cay Kocher, Zubereitung und Ziehzeit – Çay Tarifi
Vorbereitung
2Minuten
Kochzeit Wartezeit
5Minuten 15Minuten
Vorbereitung
2Minuten
Kochzeit Wartezeit
5Minuten 15Minuten
Zutaten
  • Çaydanlıkein aus 2 Teekannen bestehendes traditionelles Kochgeschirr, in türkischen Geschäften oder hier erhältlich
  • türkischer Schwarztee
  • Teesieb
  • türkische Teegläserwenn vorhanden
Anleitungen
  1. Befeuchten Sie den schwarzen Tee im Demlik (obere Teekanne) mit etwas lauwarmen Wasser. Je mehr Tee Sie einsetzen, desto dunkler und stärker wird er nach der Ziehzeit.
  2. Befüllen Sie das Çaydanlık (untere Teekanne) mit kaltem Wasser.
  3. Nun stellen Sie das Demlik auf das Çaydanlık, welches Sie auf dem Herd zum Kochen bringen.
  4. Sobald das Wasser kocht, gießen Sie das Demlik mit dem kochenden Wasser auf und füllen das Çaydanlık mit kaltem Wasser nach.
  5. Nun bringen Sie das Wasser im Çaydanlık bei niedriger Temperatur erneut zum Kochen.
  6. Gießen Sie ca. 1/3 Teesud durch das Teesieb in Ihre Teetasse und füllen Sie diese mit heißem Wasser aus der unteren Kanne auf.
  7. Türkischer Tee wird mit Würfelzucker serviert.
Rezept Hinweise

1. Wie lange sollte man den türkischen Tee ziehen lassen?

Den türkischen Schwarztee Cay lässt man mindestens 15 Minuten ziehen, eher noch etwas länger. Je länger man den Tee ziehen lässt, desto dunkler und intensiver wird er. Die Stärke regulieren Sie erst hinterher, indem Sie den Tee bei Bedarf einfach mit kochendem Wasser verdünnen. Durch die lange Ziehzeit entziehen Sie den Teeblättern die Gerbstoffe und Aromen, durch das Verdünnen machen Sie den Sud genießbar. Dabei gibt es unterschiedliche Teetrinker. Oft wird beim Gießen gefragt, wie man den Tee gerne hätte. Drei Stufen stehen zur Auswahl:

  • Stark und dunkel: „Koyu“
  • Mittelkräftig, braun-rötlich: „Tavsan kani“ (wörtlich: Kaninchenblut)
  • Hell und mild: „Acik“

2. Wichtig für den guten Teegeschmack:

Nicht nur Teesorte und Ziehzeit sowie Verdünnungsgrad entscheiden über Geschmack und Stärke des Tees. Auch die Qualität des Wassers ist entscheidend. Bei hartem Wasser ist Ceylon Tee zu empfehlen, da dieser wenig empfindlich ist. Darjeeling hingegen gelingt es kaum, sein volles Aroma bei hoher Wasserhärte zu entfalten.

Sehr empfindlich ist die indische Teesorte Assam. Sie reagiert schnell mit Kalk, fällt nieder und bildet braune Ablagerungen. Empfindliche Teesorten sollten daher nur mit weichem, kalkarmem Wasser zubereitet werden, damit sie ihr Aroma entfalten und gut schmecken.

Tipp: Wie hart oder weich Ihr Trinkwasser tatsächlich ist, können Sie mit einem einfachen Wasser-Schnelltest selbst herausfinden und Ihre Wasserqualität testen. Anhand der Wasserhärte sollten Sie dann auch Ihre Teesorte auswählen oder auf weicheres Mineralwasser aus der Flasche zurückgreifen.

3. Welche Teesorte kommt als türkischer Tee infrage?

Natürlich können Sie je nach Geschmack aromatisierten Schwarztee wie etwa die klassische englische Teemischung Earl Grey Tea verwenden. Da dieser Tee aber eine Mischung mit Aromen wie Bergamotte darstellt, kann er bei der langen Ziehzeit auf dem Samowar sehr bitter werden. Dann müssen Sie den Tee mit heißem Wasser stark verdünnen. Als türkischer Tee besser geeignet und überall erhältlich sind zwei mittelkräftige Teesorten ohne Aromazugaben fast überall erhältlich: Schwarzer Darjeeling und Ceylon Tee.

Bei den Türken sehr beliebt ist schwarzer Ceylon Tee, dessen große Teeblätter im Hochland von Sri Lanka gesammelt und verarbeitet sowie fermentiert werden. Durch die Fermentation entstehen die wertvollen und einzigartigen Aromen des schwarzen Tees. Dies macht auch den großen Unterschied zum Grünen Tee aus (es gibt auch grünen Ceylon Tee), der zwar aus der gleichen Teepflanze wie Schwarztee gewonnen wird, aber völlig anders schmeckt und weniger Koffein enthält als türkischer Tee, dessen Koffeingehalt als echter Wachmacher wirkt und schnell Energie spendet. Grüner Tee wird nämlich nicht fermentiert und bleibt daher mild.

3.1 Schwarzer Tee Koffeingehalt: Teesorten und Koffein-Vergleich

Diese Tabelle zeigt den Koffeingehalt von zubereitetem Tee im Vergleich mit anderen koffeinhaltigen Getränken.

Getränk (pro 100 ml) Koffein (in mg)
Schwarzer Tee 18
Grüner Tee 11
Oolong Tee* 15
Weißer Tee 12
Gelber Tee 14
Matcha Tee 29
Mate Tee 36
Kaffee 70
Espresso 175
Türkischer Kaffee (Mokka) 44
Coca Cola 10
Energy Drinks wie Red Bull 32

Hinweis: Da sich diese Angaben auf 100 ml beziehen, sollten Sie berücksichtigen, dass eine Teetasse oder Kaffeetasse in der Regel ein Volumen von etwa 200 ml bis 250 ml und eine Tasse Espresso ca. 100 ml bis 125 ml beinhaltet. Der Koffeingehalt ist außerdem sortenabhängig. So kann starker grüner Tee je nach Sorte durchaus mehr Koffein haben als milder schwarzer Tee. Daher dienen diese Angaben nur zur Orientierung. Genauere Angaben zum Koffeingehalt unterschiedlicher Teesorten finden Sie in dieser Quelle.


*Exkurs: Oolong Tee ist ein halbfermentierter Tee. Durch die halboxidierte Verarbeitung ist dieser Tee eine Zwischenstufe zwischen schwarzem und grünem Tee. Oolong Tee vereint also die Eigenschaften des frischen, grünen Tees mit dem vollfermentierten Schwarztee. Er wird gerne in China, Taiwan, Thailand und Vietnam getrunken.


4. Beliebte und hochwertige Teemarken mit hoher Qualität

Die Art und Vorgehensweise der Fermentation verleiht jeder Teemarke einen ganz eigenen charakteristischen Geschmack. Beim Ceylon Tee ist die türkische Marke Mevlana sehr gut für den echten türkischen Tee geeignet und äußerst beliebt. Dieser Tee wird auch als Goran-Tee oder Goran Mevlana Premium Ceylon-Teemischung bezeichnet. Sie können ihn hier online kaufen. Auch die Marke Ahmad Tea London bietet einen guten Ceylon Tee, der für eine sehr hohe Qualität und guten Geschmack bekannt ist.

Eine weitere authentische türkische Teesorte zur Zubereitung von schwarzem Tee ist die Teesorte Rize. Der Rize-Tee wird in einem Anbaugebiet am Schwarzen Meer im Nordosten der Türkei am Kaçkar-Gebirge gewonnen (Region Rize). Bekannte türkische Teemarken wie Çaykur können Sie beim türkischen Gemüsehändler oder Lebensmittelladen kaufen.

5. Kann man türkischen Tee auch ohne Caydanlik kochen?

Wenn Sie keinen Samowar und keine einfache türkische Teekanne (hier erhältlich) besitzen, kochen Sie einfach Wasser in einem Wasserkocher. Geben Sie die trockenen Teeblätter in eine normale Teekanne, übergießen Sie die Blätter mit wenig heißem Wasser. Warten Sie 2-3 Minuten und geben Sie dann erneut kochend heißes Wasser zum endgültigen Ziehen dazu. Lassen Sie den schwarzen Tee bei verschlossenem Deckel 15 bis 20 Minuten ziehen. Anschließend geben Sie nochmal heißes, kochendes Wasser zum Verdünnen hinzu. Je nach Teesorte und Hersteller müssen Sie eventuell ein wenig mit der Ziehzeit variieren bis Sie den perfekten Geschmack für sich erreichen.