Wie gesund ist türkisches Essen? Risiken erkennen und Diabetes vermeiden.

Stress beim Essen kann zu Diabetes führen – so werden Risiken erkannt und vermieden

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus wird häufig mit sehr zuckerreicher Ernährung und mangelnder Bewegung in Verbindung gebracht. Und viel Zucker lässt sich gerade in türkischen Spezialitäten finden, etwa in den unterschiedlichen Baklava-Sorten. Doch süße Desserts und viel Zucker lösen nicht gleich Diabetes aus. Oft gibt es noch weitere Risikofaktoren. So gibt einen es starken Zusammenhang zwischen Stress und Diabetes vom Typ 2. Dauerhafter Stress kann uns dazu verleiten, zu viel zu essen oder ungesunde Lebensmittel zu verzehren, was unser Risiko, an Diabetes zu erkranken, mit der Zeit kontinuierlich erhöht.

Die Folge ist chronische Erschöpfung, die wiederum zu Stoffwechselerkrankungen führen kann. Hormone, wie Insulin, wirken dann nicht mehr wie bei einem gesunden Körper.

Die Lösung: Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßige Entspannungsphasen.

Stressauslöser erkennen und vermeiden

Genuss gehört zur Esskultur, dieser Meinung sind viele Vertreter von internationalen Küchen, so auch die Türkischen. Daher wird sehr häufig das sinnliche Erleben der Speisen in vielen Kulturen betont. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass zum Beispiel die Bewohner der Mittelmeerländer, die das Essen bewusst genießen, weniger häufig an Diabetes Typ 2 erkranken als die Bevölkerung der mitteleuropäischen Länder. Woran liegt das? Eine Ursachensuche und mögliche Erklärung:

Die wenige Zeit, die man hier in der Regel in einer typischen Mittagspause hat, führt dazu, dass der Körper in Stress gerät. Die Hektik vor und während des Essens wird möglicherweise nicht einmal als Stress empfunden. Man hat sich daran gewöhnt, es eilig zu haben. Doch die Folgen sind gravierend. Oft suchen wir uns in der Hektik völlig unbewusst auch noch zu schwere, fette oder süße Gerichte aus, Fast Food eben.

Der Verzehr dieser ungesunden Lebensmittel kann den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, die Zellen der Bauchspeicheldrüse schwächen und ihre Fähigkeit, Insulin zu produzieren, beeinträchtigen. Eine unzureichende Insulinproduktion kann mit der Zeit zu Diabetes führen. Wer an Diabetes erkrankt ist oder erhöhtes Risiko für diese Erkrankung hat, sollte ein paar Blutzuckerteststreifen immer dabeihaben, ⁣um Klarheit über seine Zuckerwerte zu haben. Um sich vor Augen zu führen, wie schnell der Blutzuckerspiegel außer Kontrolle geraten kann!

Um das Diabetesrisiko zu senken, ist es wichtig, dass wir uns dem eigenen Stressniveaus bewusstwerden und Maßnahmen ergreifen, um Stress zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Zum Beispiel kann es für Berufstätige eine große Hilfe sein, die Mahlzeiten im Voraus zu planen und vorzubereiten.

Niemand würde auf die Idee kommen, Pommes mit auf die Arbeit zu nehmen. Aber wer unvorbereitet ist, greift in der kurzen Mittagspause schon mal gerne zu Fast Food. Und vernachlässigt damit die Risiken.
Niemand würde auf die Idee kommen, Pommes mit auf die Arbeit zu nehmen. Aber wer unvorbereitet ist, greift in der kurzen Mittagspause schon mal gerne zu Fast Food. Und vernachlässigt damit die Risiken.

Insbesondere an Werktagen ist es wichtig, gesundes Mittagessen selber zu machen. Die Zuhause selbstgekochten Gerichte können dann mit zur Arbeit oder ins Büro genommen werden. Das verhindert, dass wir gestresst und hektisch in der kurzen Mittagspause eine Imbissbude mit Ungesundem greifen. Denn niemand nimmt sich fettige Pommes mit viel Fleisch auf die Arbeit. Aber wer kein Mittagessen dabei hat, geht schon mal gerne Pommes mit Döner oder einen Cheeseburger als Menu mit Cola kaufen, am besten noch mit Ketchup und Mayo. Schon haben wir den Salat, in Form von Fast Food.

Über den Tag verteilt kleinere Portionen mit Obst und Nüssen, statt einer großen Mahlzeit zu essen, ist eine weitere Möglichkeit, den Blutzuckerspiegel regulieren zu können und ganz nebenbei auch seine Silhouette im Blick zu behalten.

So wirken Cortisol und Adrenalin bei Stress

Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin verursachen physiologische Veränderungen im Körper, die den Glukosestoffwechsel negativ beeinflussen. Wenn wir uns ständig in einem gestressten Zustand befinden, schüttet unser Körper diese Hormone aus, die den Blutzuckerspiegel über längere Zeiträume als gewöhnlich erhöht halten können. Diese anhaltende Erhöhung des Blutzuckerspiegels wird mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht.

Studien haben auch gezeigt, dass Menschen, die unter hohen Cortisol-Werten leiden, schneller und mehr zunehmen als entspannte Menschen, die keinem Stress ausgesetzt sind. Was kann man tun, um den Stress in seinem Leben zu reduzieren und das Risiko, an Diabetes zu erkranken, zu senken? Die Lösung liegt auf der Hand:

Der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, welche Situationen im Leben den meisten Stress verursachen.

Auf das Essen bezogen können solche Situationen zum Beispiel große Familienessen und traditionelle Feste sein. Genau wie Weihnachten wird auch in nicht-christlichen Familien, etwa zum Zuckerfest Ramazan Bayrami, dem Fest des Fastenbrechen am Ende des Fastenmonats Ramadan, sehr viel gegessen. In vielen Fällen wird dann das verlorene Gewicht vom Fasten in kürzester Zeit wieder zugelegt.

Fazit: Essen mit Freunden oder auf Veranstaltungen (Hochzeiten, Straßenfeste usw.), bei denen viel gegessen wird, stellt immer ein erhöhtes Risiko dar. Selten wird gesundes Essen serviert. Wenn man diese stressigen Situationen erkannt hat, sollte man versuchen, sie zu planen und Strategien zu finden, die dabei helfen, in diesen Situationen ruhig und möglichst gesättigt zu bleiben.

Bewusster essen, Stress bekämpfen

Die Techniken des achtsamen Essens, wie langsames und bewusstes Kauen sind hier sehr zu empfehlen, um starkes Hungergefühl zu vermeiden. Man kann sich dabei darauf konzentrieren, wie jeder einzelne Bissen schmeckt, um präsent zu bleiben, langsamer zu essen und ein Überessen zu vermeiden. Zusätzlich hilft es, auch andere Methoden der Stressreduktion für den Alltag zu suchen, um das Stressniveau zu senken. Regelmäßiger Sport, Yoga und Meditation sind gute Möglichkeiten, um die Bedürfnisse seines Körpers besser wahrzunehmen und sich zu entspannen. Saunagänge, Musik oder Gartenarbeit können ebenfalls sehr beruhigend und wohltuend wirken.

Stress vermeiden oder reduzieren kann auf jeden Fall zu positiven gesundheitlichen Veränderungen führen und die Lebensqualität deutlich erhöhen. Und da Stress eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Altersdiabetes (Diabetes Typ 2) spielt, sollte jeder Mensch mit zunehmendem Alter Maßnahmen ergreifen, um das Risiko für diese Zivilisationskrankheit zu minimieren.

Mit den richtigen Strategien und Lebensstiländerungen kann man Stress in den Griff bekommen und sich vor seinen schädlichen Auswirkungen schützen. Stress sollte nie dazu führen, dass man gutes Essen nicht mehr genießen kann. Im Gegenteil! Man sollte vorausschauend die täglichen Mahlzeiten planen, entsprechend einkaufen und selber kochen. Und während der Mahlzeiten achtsam bleiben, sich am intensiven Geschmack aller Zutaten bewusst erfreuen. Der Körper wird sich dankbar zeigen: weniger Akne, schönere Haut, schlankere Figur, deutlich mehr Energie und vor allem weniger Risiken für folgenreiche Erkrankungen.


Bilder: 

  • https://unsplash.com/de/@shaafi
  • https://unsplash.com/de/@hjkp

 

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